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Erfahrungen 2024-2025 Bericht Jahreshauptversammlung 2025

 

Liebe Mitglieder, liebe Gäste,

man wundert sich: bei einem Verein für aufsuchende Jugendarbeit fällt enorm viel Verwal­tung an; jeden Monat müssen ca. 50 Rechnungen für Nachhilfe an den Landkreis geschickt werden und 10 Rechnungen an Privatzahler; die Zah­lungs-eingänge müssen kontrolliert wer­den, manchmal müssen dann Zahlungserinnerun­gen geschrieben werden. Dann werden je­den Monat 16 Gehaltszahlungen fällig, nur zwei davon sind regelmäßig gleich, die anderen 14 sind schwankende Ein­künfte. Ebenso schwankend sind dann auch die abzuführenden So­zialabgaben an die Mi­nijobzentrale.

In diesem Jahr war die Verwaltung besonders intensiv, denn wir hatten sowohl eine Über­prüfung von der deutschen Rentenversicherung als auch vom Finanzamt. Die erste dieser Prüfungen war sehr gut für uns, bei der zweiten steht das Ergebnis noch aus. (Inzwischen auch erfolgreich!)

Das ist aber immer noch nicht alles an Verwaltung: im Dezember haben wir einen Antrag bei der ev.-luth, Landeskirche auf Kollektengelder gestellt, der auch bewil­ligt wurde; der vorherige Antrag musste abgerechnet werden, auch das hat ge­klappt.

Noch umfangreicher ist die Beantragung und Abrechnung von Zuschüssen für die Familien­freizeit: da haben wir genau 1 kg Papier mit der Post an das Diakonische Werk geschickt, alle Quittungen für die Verpflegung, aufgeklebt auf DIN-A-4-Pa­pier, Fahrkarten, Anwesen­heitslisten usw. usw. … Nicht ganz so viel will die Stadt Papenburg haben, die immerhin auch Zuschüsse gibt, während der Landkreis Leer in dieser Hinsicht keine Förderung für Ju­gendliche gibt.

Ein kleiner Verwaltungsakt ist dann noch die Kontrolle von Darlehnsrückzahlun­gen. Immer­hin 4 Familien haben Darlehen bekommen und zahlen das auch eini­germaßen problemlos zurück.

Doch eine Menge an Verwaltung!

Kurz vor dieser Jahreshauptversammlung gab es noch einen Höhepunkt an deut­scher Ver­waltung: die GEZ hat sich gemeldet und mitgeteilt, dass wir Rundfunk­gebühren für 10 Jahre nachzahlen müssen, nicht die volle Höhe, aber immerhin ein Drittel. Das war dann ein un­vorhergesehener Ausgabenposten in Höhe von 750 Euro. Damit hatte niemand gerechnet!

Jetzt ein paar Worte zum Arbeitsklima im Vorstand: die Sitzungen finden in relativ gemütli­cher Atmosphäre bei uns zu Hause statt. Die häufigsten Themen waren Fi­nanzen, Probleme mit dem Landkreis, wie finden wir neue Nachhilfelehrer, wie neue Familien oder auch ju­gendliche Teamer für die Familienfreizeit? Es kommen fast immer gute Ideen und kreative Lösungen ins Spiel – weil die Vorstandsmit­glieder unterschiedlich vernetzt sind: es gibt so Verbindungen zu verschiedenen Kirchengemeinden, zu den Kolpingfamilien, den Soropti­misten, zu St. Lukas-Le­ben-erleben, zur HMO, zur Kirchschule und zum Salonorchester.

Da kann ich nahtlos zum Dank an die zahlreichen Spender übergehen. Erster Dank gilt den Vereinsmitgliedern, die uns die Treue halten, teilweise über Jahre, teilwei­se auch wenn sie gar nicht mehr hier wohnen. Da gibt es sehr berührende Rück­meldungen, wenn die Einla­dung zur Jahreshauptversammlung kommt. Sehr regel­mäßig und nachhaltig sind für den Verein auch die Rückspenden von Honoraren sowie die dauerhafte Unterstützung durch die Soroptimisten. Daneben hatten wir verschiedene richtig hohe Einzelspenden im letzten Jahr aufgrund von privaten Kontakten von Vorstandsmitgliedern. Das heißt: die private Glaub­würdigkeit bringt viel mehr als große Zeitungsartikel. Als Dankeschön an die Soroptimisten hat der Vorstand als Gastgeber die diesjährige Spendenübergabe sehr stilvoll vor­bereitet.

Wir konnten drei Familien, die in Not geraten sind, finanziell unterstützen. Gründe sind vielfältig: Strom- und Gasschulden, Auto kaputt, Nachzahlungen ans Finanz­amt, Gerichtskosten. Neben Darlehen oder auch direktem Zuschuss begleiten wir die Familien auch zur Schulderberatung, um nachhaltige Hilfe zu ermöglichen.

Da ist besonders Judith Katzmann aktiv. Sie hat bei einer Familie in Aschendorf, die sie seit fünf Jahren begleitet, jetzt ein besonderes Erfolgserlebnis gehabt: die alleinerziehende Mutter hat eine Umschulung zur Altenpflegehelferin erfolgreich absolviert und steht nun finanziell auf eigenen Füßen.

Die Nachfrage nach Nachhilfe ist nach wie vor sehr groß. Die Probleme mit dem Landkreis allerdings auch. Viele Bewilligungen dauern immer noch viel zu lange, so dass zum Beispiel die Schulhelden und die Volkshochschule Kinder an uns abge­ben, weil die Kinder sonst keine Unterstützung bekommen. Wir gehen da in Vor­leistung und helfen den Kindern, wenn die Schule das empfiehlt.

Wir suchen auch unkonventionelle Lösungen, wenn Kinder als nicht beschulbar gelten. So hat Yvonne einen solchen Jungen aus Westoverledingen mehrere Mona­te lang zu Hause beschult.

Schöne Erfolge hatten unsere Nachhilfekräfte jetzt bei den Zeugnissen. Da wurde dann sichtbar, dass die Arbeit sich gelohnt hat. Vielen herzlichen Dank für euren Einsatz!

Im letzten Jahr hatten wir ja den Vortrag zum Thema „Sexuelle Gewalt in der Kir­che“. Das hat uns sensibilisiert, stärker auf solche Probleme zu achten. Das hat nun dazu geführt, dass wir eine Familie unterstützen, wo die Kinder körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt waren. Ich kann dazu noch nichts Abschließen­des sagen, weil vieles noch in der Schwebe ist. Aber was jetzt schon deutlich ist: manche Rechtsanwälte sind überlastet und erfüllen deshalb nur sehr begrenzt ihre Aufgabe, das Jugendamt ist nicht immer objektiv, sondern manchmal voreinge­nommen, und die Unterstützung der alleinerziehenden Mutter und der Kinder ist extrem zeitintensiv und auch eine seelsorgerliche Herausforderung.

Dieser Bericht zeigt mir: der Verein AukiJu wird gebraucht und wir versuchen weiterhin, mit Herz und mit Energie aktiv zu sein. Vielen Dank! Johannes Treblin